Gehorsamer Vater von Akhil Sharma
Gehorsamer Vater von Akhil Sharma
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Autor(en): Akhil Sharma
Kneipe: Faber
Packungsmenge: 0 (Taschenbuch)
ISBN: 9780571210381 - Neu
176 mm x 111 mm x 19 mm
Publication: 2001Seiten: 288
Beim Lesen dieses ersten Romans von Akhil Sharma sehen sich die Leser einer äußerst unsympathischen Hauptfigur gegenüber. Ram Karan ist ein korrupter, pummeliger Beamter, der sich selbst hasst. „Ich war knapp ein Jahr lang Mr. Guptas Geldgeber und taugte nichts.“ Ram macht sich über seine Fehler keine Illusionen: „Meine Panik bei Verhandlungen war so offensichtlich, dass sogar Leute, die mich gerne bestechen wollten, Groll hegten.“ Auch zu Hause läuft es nicht so rosig: Rams Frau ist vor Kurzem gestorben, ebenso sein Schwiegersohn, und so sind seine Tochter Anita und seine Enkelin Asha bei ihm eingezogen. Das erste Kapitel von „Ein gehorsamer Vater“ ist schwermütig, schmierig und unbeholfen, wie sein Erzähler; doch dann bricht plötzlich alles auf. Eines Nachts ist Ram betrunken und berührt Asha mit seinem Penis. Anita kommt herein, und das Familiengeheimnis ist schlagartig gelüftet, wie eine gerade befreite, wütende Katze: Ram zwang Anita im Alter von zwölf Jahren wiederholt zum Sex. Sharma, ein in Delhi geborener New Yorker Investmentbanker, hat einen Roman geschrieben, der erfreulich ambitioniert und voller schöner Bilder ist (Tulpen zum Beispiel sind „schwerherzig“). Er verknüpft Rams Untergang mit der Ermordung Rajiv Gandhis. Während Indien in politische Turbulenzen versinkt, wird Ram für Korruption am Arbeitsplatz und zu Hause zur Verantwortung gezogen. Was dem Buch seinen Antrieb verleiht, ist der ausgeglichene Umgang mit Ram selbst: Er ist stets komplex, niemals eine moralische Lektion oder ein Bösewicht. Als Anita ihre stille, teuflische Rache übt, empfinden wir weder Schadenfreude noch Mitleid, nur Trauer. Sharma beherrscht seinen Stoff nicht perfekt – die Übergänge zwischen Persönlichem und Politischem können abrupt sein, die Spannung zwischen Vater und Tochter löst sich schlampig auf. Dennoch ist dies eine neue Stimme, die mit großer Subtilität und Sorgfalt zum Vorschein kommt. – Claire Dederer
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