Mrs. Robinsons Schande von Kate Summerscale
Mrs. Robinsons Schande von Kate Summerscale
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Autor(en): Kate Summerscale
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Packungsmenge: 48 (Taschenbuch)
ISBN: 9781408831243 - Neu
197 mm x 129 mm x 19 mm
Publication: 2013Seiten: 320
„Ich finde, die Leute heiraten viel zu oft. Es ist wie ein Glücksspiel und für eine arme Frau – die körperlich und moralisch die Sklavin ihres Mannes ist – ein sehr zweifelhaftes Glück.“ – Königin Victoria zu ihrer kürzlich verheirateten Tochter Vicky.
Die eigensinnige, temperamentvolle und bereits verwitwete Isabella Walker wurde 1844 im Alter von 31 Jahren zu Mrs. Henry Robinson. Ihr erster Ehemann war plötzlich gestorben und hatte sein Vermögen einem Sohn aus einer früheren Ehe hinterlassen, sodass sie nichts erbte. Henry, ein erfolgreicher Bauingenieur, zog mit dem Paar, das inzwischen zwei Söhne hatte, 1850 in die elegante Gesellschaft Edinburghs. Doch Henry reiste viel und war zu Hause kühl und distanziert, sodass Isabella ihren Fantasien überlassen blieb.
Zweifellos waren Tausende viktorianischer Frauen mit ähnlichen Umständen konfrontiert, doch Isabella beschloss, ihre innersten Gedanken – und insbesondere ihre Verliebtheit in den verheirateten Dr. Edward Lane – in ihrem Tagebuch festzuhalten. Über fünf Jahre hinweg häuften sich die Einträge – leidenschaftlich, sinnlich und anzüglich.
An einem schicksalshaften Tag im Jahr 1858 stieß Henry zufällig auf das Tagebuch und las, unter Verletzung seiner Privatsphäre, Isabellas intime Einträge. Entsetzt über die vermeintliche Untreue seiner Frau reichte Henry die Scheidung wegen Ehebruchs ein. Bis zu diesem Jahr war die Scheidung in England illegal, da der Ehebund ein Eckpfeiler des englischen Lebens war. Ihr Prozess wurde zu einem „cause célèbre“ und bedrohte die Grundlagen der viktorianischen Gesellschaft mit dem Schreckgespenst einer „neuen und beunruhigenden Figur: einer ruhelosen, unglücklichen und gierigen Ehefrau aus der Mittelschicht“. Ihr Tagebuch, das vor Gericht verlesen wurde, war ebenso brisant wie Flauberts Madame Bovary, das gerade in Frankreich erschienen war, aber als zu skandalös galt, um bis in die 1880er Jahre ins Englische übersetzt zu werden.
Wie schon in ihrem preisgekrönten Bestseller „The Suspicions of Mr. Whicher“ schafft Kate Summerscale es, die viktorianische Welt auf brillante Weise nachzubilden und das Leben von Isabella Robinson in exquisiten und fesselnden Einzelheiten zu schildern, in dem die Sehnsüchte einer frustrierten Ehefrau mit einer Gesellschaft kollidieren, die an starren Vorstellungen von geistiger Gesundheit, den Grenzen der Privatsphäre, der Institution der Ehe und weiblicher Sexualität festhält.
